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Joerg-Rudolph.de - Hausaufgabenhilfe im GMZ Schelmengraben

Stand: 01/2001

1. Hintergründe

Die Nachfrage der Eltern und Kinder nach einer Betreuung von Kindern ab dem fünften Schuljahr bei ihren Hausaufgaben ist sehr hoch. Wir bieten aus diesem Grund viermal pro Woche für je zwei Stunden eine Hausaufgabenbetreuung an.

Wir wollen und können mit den Kindern keine Nachhilfe machen, sie aber anregen über die Hausaufgaben hinaus zu lernen. Es gibt im Schelmengraben weitere Angebote, Hausaufgabenhilfe wird vom Sozialzentrum Hans-Böckler-Str., von der Schulsozialarbeit der Ludwig-Erhard-Schule und der AGS für die GrundschülerInnen angeboten.

 

2. Ziele:

Leistungsförderung und Verbesserung: Schulische Grundlagen sollen vertieft, stabilisiert und verbessert werden. Fehlende Hausaufgaben werden von den Lehrern mit schlechten Noten geahndet, viele Unterrichtsstoffe werden erst durch die Hausaufgaben wirklich gelernt.

Betreuung der Hausaufgaben: Viele Kinder haben in ihren Familien nicht die Möglichkeit Fragen zu stellen, wenn sie mit ihren Hausaufgaben nicht zurecht kommen. Oft fehlt auch die geeignete Umgebung um ungestört und konzentriert Hausaufgaben machen zu können. Ziel der HA im GMZ ist es, den Kids Raum zu geben, in dem sie in Ruhe, mit Hilfestellung und zusammen mit anderen ihre Hausaufgaben erledigen können. Ziele sind

  • Hilfestellung bei der Anfertigung der Hausaufgaben
  • Aufarbeiten von schulischen Defiziten
  • erklären von nichtverständlichem Schulstoff
  • vorbereiten auf Klassenarbeiten und Tests
  • Sprachförderung

Vernetzung: Viele Probleme der Kids zuhause oder in der Schule werden auch während der Hausaufgabenhilfe deutlich. Die enge Zusammenarbeit mit Lehrern, den Eltern und den Kollegen der Sozialarbeit entweder im offenen Bereich oder anderen Einrichtungen (z.B. Erziehungshilfe, Bezirks- und Schulsozialarbeit) kann aus diesem Grund nötig sein um den Kids bei ihren Problemen zu helfen und Lösungen sichtbar zu machen.

Lernmotivation: Es macht einfach mehr Spass in der Gruppe zu lernen. Der Zusammenhalt in der Lerngruppe, das sich gegenseitige "Helfen" stärkt die Motivation der Kids am lernen und hilft deshalb nicht unwesentlich Leistungen zu verbessern oder zu stabilisieren. Dazu gehört auch störende Kids auszuschliessen bzw. ihnen die Grenzen ihres "störens" aufzuzeigen.

 

3. Methoden:

Gruppenarbeit - die einzelnen Kids sollen sich im laufe des Schuljahres als Teil einer Gruppe begreifen lernen,

Hausaufgabenbetreuung - wir sind anwesend, leisten Hilfestellung, beantworten Fragen, lernen gemeinsam usw.

Gemeinsame Durchführung der Hausaufgabenhilfe - das Anbot wird von zwei MitarbeiterInnen betreut, die sich abwechseln, absprechen und sich gegenseitig vertreten um eine kontinuierliche Arbeit zu gewährleisten.

Festlegung von Regeln zur Durchführung: Diese müssen auch mit anderen MitarbeiterInnen, die die Hausaufgabenhilfe vertreten, abgestimmt werden.

Um die Einhaltung der Regeln durchzusetzen, haben wir ein Strichsystem eingeführt. Wer sich nicht benimmt, stört, usw. bekommt einen Strich an der Tafel. Wer drei Striche hat, fliegt raus. Die Eltern werden telefonisch informiert. Da es Eltern gibt, die sich auf die vertraglich zugesagte Betreuung der Kids im GMZ verlassen, muss das Hausverbot mit Ihnen besprochen werden. D.h. die Kids werden erst nach telefonischer Rücksprache mit den Eltern entweder abgeholt oder gehen alleine nach Hause.

 

4. Zielgruppe:

Die Zielgruppe der Hausaufgabenhilfe im GMZ Schelmengraben sind alle SchülerInnen ab der 5. Klasse. Ausnahmen gibt es nicht. Das Angebot wird überwiegend von ausländischen Kindern genutzt, es sind türkische, marokanische, spanische und deutsche SchülerInnen angemeldet.

"In der Regel sitzen an einem Tisch Kinder aus verschiedenen Herkunftsländern, die im Spannungsfeld mindestens zweier Kulturen leben. Damit können die Kinder Gemeinsamkeiten entdecken, unterschiedliche Lebensgewohnheiten nicht als Bedrohung, sondern als Chance erfahren und von einander lernen." (Herbert Böhnke, S. 104).

Voraussetzung dafür ist eine ausreichende Betreuung, die auftretende Probleme in den Griff bekommt und so auch ein Nebeneinander von russlanddeutschem und muslimischem Kulturkreis erlaubt.


5. Organisation der Hausaufgabenhilfe im GMZ Schelmengraben

Öffnungszeiten: Die Hausaufgabenhilfe im GMZ Schelmengraben findet von Montag bis Donnerstag jeweils von 14.00 - 16.00 Uhr statt. Während der hessischen Schulferien fällt die Hausaufgabenbetreuung aus.

Aufnahme: Die Kinder werden schriftlich durch die Eltern bei der Hausaufgabenhilfe angemeldet. Sie zahlen im Monat DM 10,- für diese zugesicherte Leistung. Da mit den Eltern eine schriftliche Vereinbarung besteht, muss die Durchführung der Hausaufgabenhilfe durch das pädagogische Personal gesichert sein. Es stehen 10 - 12 Plätze zur Verfügung, melden sich neue Kids an und es ist kein Platz frei, werden sie auf eine Warteliste gesetzt. Ein Aufnahmegespräch mit den Kids und den Eltern gibt es noch nicht, die Regeln werden den Kindern während der ersten Sitzungen erläutert.

Regelmässige Teilnahme: Die Kids müssen regelmässig und pünktlich teilnehmen. Bei unregelmässiger Teilnahme wird Rücksprache mit den Eltern gehalten, erst danach wird vom Team über eine Ausschluß von der Hausaufgabenhilfe entschieden.

Räumliche Ausstattung: Die Hausaufgabenhilfe findet im grossen Gruppenraum statt. Die Kinder haben die Möglichkeit sich an einzelne Tische zu setzen, leider ist es nicht "Ihr" Raum, der von Ihnen gestaltet werden kann. Die Atmosphäre ist kühl und funktionell, lernen macht hier nicht unbedingt Spass. Wünschenswert wäre ein weiterer Raum zum spielen und toben, der auch bei entsprechender Ausstattung mit Personal für die intensivere Betreuung, für die Arbeit am Computer mit Lernprogrammen, zum lernen für Arbeiten oder für die eher spielerische Wissensvermittlung genutzt werden kann.

Personelle Ausstattung: Die Hausaufgabenhilfe wird von zwei Mitarbeitern des GMZ betreut. Wünschenswert ist die kontinuierliche Betreuung durch die gleichen pädagogischen Fachkräfte. Zur Zeit sind 13 Kinder fest angemeldet, es nehmen regelmässig ca. 8-12 Kinder teil. Um eine sinnvolle Betreuung zu gewährleisten, müssen mindestens zwei Kollegen die Gruppe betreuen, dann ist es auch möglich die Gruppe nach bestimmten Kriterien zu trennen um ruhigeres arbeiten zu ermöglichen (siehe Ziele).

Elternarbeit: Kontakte zu den Eltern der TeilnehmerInnen gibt es bei Schwierigkeiten mit der Abrechnung der Teilnahmegebühren, bei Problemen mit den Kids (Unpünktlichkeit, Ausschluss) und über den bei Bedarf stattfindenden Elternabend. Die Teilnahmegebühren werden von der Stadtkasse eingezogen, das Verfahren läuft automatisch. Leider treten oft Fehler im Abbuchungsverfahren auf, die auf uns zurückfallen. Dies erhöht den Verwaltungsaufwand der Hausaufgabenhilfe enorm.

Angestrebt ist es, einen Elternabend im Jahr durchzuführen. Das Interesse der Eltern an entsprechenden Terminen ist jedoch nicht sehr grosshnliches gilt z.B. für die Elternsprechtage der Ludwig-Erhard-Schule). Relevante Themen für den Elternabend sind: Regeln, Abrechnung der Teilnahmegebühren, regelmässige Teilnahme der Kids, Personalsituation, schulische Leistung einzelner Kids, Zusammenarbeit mit den Eltern (Hausaufgabenbuch), Rauswurf der Kids usw.

Kooperationen mit anderen Einrichtungen: Es gibt im Stadtteil andere Institutionen, die Hausaufgabenhilfe für Kinder anbieten (Sozialzentrum, AGS). Die AGS deckt die Zielgruppe Grundschule ab, danach werden die Schüler von uns übernommen. Die SozialarbeiterInnen der Schulsozialarbeit der Ludwig - Erhard -Schule bieten ebenfalls Hausaufgabenhilfe an. Sie suchen sich die entsprechenden SchülerInnen aus und haben durch Freizeit und Klassenbetreuung intensiven Kontakt zu ihren TeilnehmerInnen. Absprachen mit der Schulsozialarbeit sind dann nötig, wenn über die Hausaufgabenhilfe hinaus Probleme auftreten, die nur im Rahmen koordinierten Hilfe aller beteiligten Institutionen gelöst werden kann.

Der Kontakt zu den Lehrern, die unseren Kids die Hausaufgaben aufgeben, findet faktisch nicht statt. Zum einen ist das Interesse der Lehrer an unserer Hausaufgabenhilfe nicht vorhanden, zum anderen ist es für das GMZ schwierig Kontakt zu den vielen Lehrern zu halten. An unserer Hausaufgabenhilfe nehmen SchülerInnen der 5., 6., 7. Und 8. Klassen teil die in den einzelnen Fächern unterschiedliche Lehrer haben. Bei gravierenden Problemen hat es sich als sinnvoll erwiesen, die für die Klasse zuständige Schulsozialarbeiterin einzuschalten.

 

6. Forderungen / Ziele:

Alleine aufgrund der ungenügenden personellen Besetzung muss sich bei der Hausaufgabenhilfe im GMZ Schelmengraben etwas ändern. Um eine qualitativ zufriedenstellende Betreuung der TeilnehmerInnen zu gewährleisten, gibt es verschiedene Ziele und Forderungen:

  • Betreuung der Hausaufgabenhilfe durch jeweils zwei Fachkräfte, wobei die zweite Person eine Honorarkraft oder ehrenamtlich tätige Person oder ein guter Schüler/Schülerin sein kann.
  • Neue Methoden der Wissensvermittlung ausprobieren.
  • Gruppenfindung unterstützen, die TeilnehmerInnen sollen sich gegenseitig helfen, dazu gehört auch die Durchführung einer Wochenend - Freizeit
  • Ausbau der Elternarbeit
  • Fort- und Weiterbildung - Austausch mit Kollegen, die Hausaufgabenhilfe leisten

 

7. Literatur:

  • Evangelische schulnahe Jugendarbeit; Hrsg.: Harnigan Dam und Heike Zieh-Kuchinke; Neunkirchener Verlag 1996
  • Schulaufgabenhilfe im Jugendhaus?; Ulrich Deinet und Gabi Steil
  • Hausaufgabenhilfe; Herbert Böhnke (Hausaufgabenhilfe der Ev. Kirchengemeinde Mörfelden)


Jörg Rudolph, 12/2001
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